Die Website “Psychoanalyse-Kritik” besteht seit dem 1. März 2010 und hat in wenigen Monaten über 11.000 interessierte Besucher zu verzeichnen. Für eine Fachpublikation wäre das ein erfreulicher kleiner Erfolg, für eine Website wäre es u.U. wenig – wenn die Seite nicht absichtlich auf einem einzigen Google-Suchwort aufgebaut wäre: Kritik an der Psychoanalyse. Gleichwohl erreichen uns Besucher über die Suchworte “Psychoanalyse schadet”, “Psychoanalyse verschlimmert Probleme”, “Psychoanalyse Opfer”, “Missbrauch Psychoanalyse”.
Das Thema ist virulent!
Therapieschäden
Petzold / Märtens schätzen die Quote iatrogener Therapieschäden in Therapien auf rund 10 % (Michael Märtens, Hilarion Petzold, Hrsg.: Therapieschäden. Risiken und Nebenwirkungen von Psychotherapie. Matthias Grünewald Verlag 2002) – eine gesellschaftliche Katastrophe! Und für die betroffenen Patienten eine individuelle, biographische sowieso.
Es gibt für Traumatisierungen durch die Psychoanalyse keine Beschwerdestelle (die Ärztekammern reagieren nur schleppend, die Verbände der Psychoanalytiker greifen nur in äußersten Fällen wie z.B. manifestem körperlichen Missbrauch ein, und auch vor den Beschwerdestellen der Krankenkassen hat der durchschnittlich traumatisierte Patient keine Chance: Ihre Fälle werden von Psychoanalytikern begutachtet, und da geht es zu wie noch vor zwanzig Jahren in der Medizin: eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus), vor Gericht haben ihre Beschwerden keine Beweiskraft, und wenn sie anderen von ihren Leiden erzählen, schütteln die nur verständnislos den Kopf.
Wohin soll ein Opfer der Therapie sich wenden? Es stammelt, psychisch schwer getroffen, von seiner Verletzung, und niemand hört zu. Noch vor kurzem hat eine von mir sehr geschätzte Bekannte den – zugestandenermaßen: wüst zusammengeschriebenen – Bericht eines Betroffenen schlichtweg als “Mist” bezeichnet.
Therapieopfer: Betroffenenberichte
Umso wichtiger, mit der Zeit eine Anlaufstelle zu schaffen, in der Betroffene ein Stück ihrer eigenen Geschichte wiederfinden – und verstehen, dass sie nicht ein Einzelschicksal erleiden, sondern dass es viele, sogar sehr viele Betroffene gibt, denen es geht wie ihnen.
Mit den bisherigen hier veröffentlichten Texten, anspruchslosen Notaten, zum Teil Wutausbrüchen, zum Teil Geständnissen, zum Teil auch deprimierten, hilflosen Gegenreden gegen das, was ich selbst in zwei (!) destruktiven Therapien erfahren hatte – eben solche Texte, wie sie meine gebildete, aber eben auch in den Klischees der Bildung befangene Bekannte als “Mist” bezeichnet hatte -, habe ich viel Zuspruch erfahren: Sowohl von Opfern der Psychoanalyse, aber auch von progressiveren, liberaleren Therapeuten.
Natürlich habe ich auch einiges an überheblichem Spott von konservativeren Psychoanalytikern eingestrichen – also von jenen, die, kurz auf einen Nenner gebracht, der Kern des hier geschilderten Problems sind.
Die Psychoanalyse ist verroht – eine Schande
Meine These ist nicht neu – aber leider noch lange nicht durchgesetzt. Immer noch leben bundesweit ca. 19.000 Therapeuten von der Krankenkasse, immer noch werden von ihren geschätzten 600.000 Patienten jährlich rund 60.000 tief in ihre Persönlichkeiten eingreifend fehlbehandelt – ihre Symptome verschlechtern sich, ihre biographischen Aussichten ebenfalls, und die Kosten trägt die Allgemeinheit.
Zugespitzt: Die Psychoanalyse, einmal das beste, was auf dem Markt der intellektuellen Erkenntnissysteme zu haben war, ist durch Mindergebrauch in den falschen Händen auf den Hund gekommen, aus einer liberalen Erkenntniswissenschaft zu einer konservativen Überwältigungswissenschaft degeneriert, über Ausbildungsinstitute und persönliche Neurosen der Ausübenden, der Lehrer und des mittlerweile teilweise zu einem Dogmensystem geronnenen Lehrkanons psychoanalytischer Strategien und Taktiken zu einer Schule der Überwältigung von Patienten geworden.
Meine Bekannte hat das “Mist” genannt, und damit spiegelt sie sehr gut die allgemeine Meinung der gebildeten Öffentlichkeit wider.
Nach außen hin vertritt die Psychoanalyse in ihren besten Köpfen, liberalen Autoren, die sich regelmäßig auf die Seite der Aufklärung stellen, ein akademisch-aufgeklärtes liberales Ideal. Von der Ethnospsychoanalyse bis zur psychoanalytischen Literaturinterpretation hat die Psychoanalyse die Wissenschaften befruchtet, und wo findet man noch solche Erkenntnisse über das Seelenleben wie dort – ich könnte mich besoffen lesen an der funkelnden Intelligenz von Kohut, Cremerius, Erdheim, Miller (ob sie nun Psychoanalytikerin ist oder nicht), den Mitscherlichs, Moser, Freud selbst. So bekommen wir, die gebildete Öffentlichkeit, ein Image vermittelt, nach dem die Psychoanalyse sich dem Patienten widmet, ihre Erkenntnisse als Struktur der Fragestellung an den je spezifischen Fall des Patienten nutzend, und am Ende in Verständnis mündet, das auch der Patient teilt.
Und bei den – seltenen – Besten ist das wohl auch so.
Nach innen hin und im Normal-Alltag sieht das ganz anders aus, dort sind die Thesen der Stars durchaus im Kleinklein mediokrer Sektierer umstritten, und die Psychoanalyse selbst funktioniert nach ganz anderen Grundsätzen. Sie sollten einmal hören, wie Psychoanalytiker untereinander über ihre Patienten reden: Als wären die ihre Feinde! Dass das in der Therapie selbst, im Verhalten der Therapeuten gegenüber denen, die sich ihnen anvertraut haben, seinen Niederschlag findet, kann jeder Patient erleben, der einmal auf das Unverständnis des Analytikers gestoßen ist.
Das Schlimmste ist: Sie wissen nicht, bei wem Sie landen. Wo wurde Ihr Analytiker ausgebildet? Ist das ein liberaleres oder ein konservativeres Institut, welcher Schule gehört er an – und wenn er Neokleinianer ist, beispielsweise, was bedeutet das für Sie, als Patient? (Es bedeutet: Finger weg!) Und sind Sie, wenn Sie sich in einer Situation wiederfinden, in der Sie meinen, nun eine Psychoanalyse zu brauchen, überhaupt in der Lage, sich darum zu kümmern, wie sich der Analytiker vom Analytiker unterscheidet – wie sich ihre Theorien unterscheiden, und wie sich das auf Sie auswirkt?
Bewusste Beschädigung
Manche in neuere älteren Lehrbüchern zur Ich-Analyse veröffentlichten technischen Anweisungen sprechen sogar davon, den Patienten bewusst zu zerstören – um ihn dann wieder aufzubauen. Und wenn auch neuere Lehrbücher längst davon Abstand genommen haben: Viel zu viele Analytiker arbeiten nach den alten Prinzipien (das sollte in der Medizin mal ein Chirurg versuchen!), und Sie, als Patient, wissen nicht, was für einer Ihnen gegenübersitzt. Ich selbst habe in der Praxis eines meiner Analytiker ein zerlesenes Exemplar von Thomä/Kächeles Lehrbuch der Techniken gesehen – und dieser selbe Therapeut hielt es aber für nötig, mein literarisches Talent (und damit meinen erlernten Beruf) bewusst zu zerstören. Er war sogar der Meinung, mir damit neue Denkmöglichkeiten zu eröffnen – das Grausamste und Dümmste, was man sich vorstellen kann: Nimm einem Schriftsteller seine Sprache, und du eröffnest ihm damit neue Denkmöglichkeiten?
So wird die Psychoanalyse in viel zu vielen Fällen zu einem Bootcamp auf höherem Niveau, und der Patient, statt nach seinen eigenen Maßgaben wachsen zu können, wird zu einer Spielwiese für Psychotechnokraten der Schönen Neuen Welt. Meine Bekannte wollte es nicht glauben.
Auf diese Weise ist der Patient nicht Ziel eines Forschens, sondern Ziel eines halbgottgleichen, psychotechnokratischen Gestaltungswillens – Talente, Fähigkeiten, Emotionalität, Besondernheiten, liebenswerte Charaktereigenschaften des Patienten usw. werden sämtlich als Ausfluss der Neurose gesehen, sie werden radikal mitabgetragen, und der Patient, von Stunde zu Stunde immer neu mikrotraumatisiert durch größeres und kleineres Unverständnis, durch Anschreien, verbale Gewalt und Dekonstruktionen findet sich in einem psychischen Nirvana wieder, das ihn zutiefst beschädigt.
Ich habe es ja erlebt, wie ein Therapeut Charisma und Charme, Eloquenz und Witz, literarische Begabung und die Liebe zur Sprache geradezu als Krankheiten bekämpft hat. Für mich eine biografische Katastrophe. Natürlich gibt es auch andere Erfahrungen – geglückte Beziehungen zwischen Therapeuten und Patienten, die dem Patienten geholfen haben, sich selbst wiederzufinden und sich auf eine Art zu entfalten, die ihnen zuvor unbekannt waren. Von diesen Erfahrungen hören wir – die anderen Erfahrungen werden nicht veröffentlicht. Ein psychisch Zerstörter hält den Mund, er hat seine Sprache verloren, und auf jeden Fall das Gehör seiner Mitmenschen. Er verstummt. Dadurch wird er nach der Traumatisierung gleich noch einmal traumatisiert.
Therapieopfer: Das Verstummen der Beschädigten
Und wenn er doch etwas sagt, ist es “Mist”. Mir ist kürzlich ein Fall begegnet, in dem der Mut zum Sprechen sogar eine sich anbahnende Liebe zerstört hat. Die Partnerin verlor schlagartig den gesamten Respekt vor jenem, der sich in seiner Beschädigung Gehör zu schaffen suchte. Das Opfer der Therapie wird noch einmal zum Opfer.
Also schweigt man lieber, und die Katastrophe des Missbrauchs der Psychoanalyse für die emotionalen Bedürfnisse der Analytiker bleibt in der Öffentlichkeit unerkannt.
Psychoanalyse gilt weiterhin als liberal, und die Opfer bleiben im Schatten. Auch so funktioniert Teilhabe an der Bildung: Die Übernahme allgemeiner höherer Selbstverständlichkeiten, so wie in der Ernährungslehre lange galt, das Spinat Eisen enthielte – genauso glaubt meine Bekannte, dass die Psychoanalyse ein Instrument der Erkenntnis sei.
Das ist sie auch, zweifelsohne!
Und das macht die Sache so vertrackt. Leider aber ist sie eben zu großen Teilen (von einer liberaleren Psychoanalytikerin habe ich gehört: zu 50%) in den Händen der falschen Leute. Nicht jeder Mediziner oder Heilpraktiker, der eine Zusatzausbildung absolviert hat, muss auch ein guter Therapeut sein – und oft genug kochen diese ungenügend durchanalysierten Leute ihr privates emotionales Süppchen auf den Feuern ihrer Patienten. Emotionale Ausbeutung für den narzißtischen Glanz des Psychoanalytikers ist an der Tagesordnung – und Schlimmeres. Die Skandal des körperlichen Missbrauchs durch Psychoanalytiker, die in den 80ern und frühen 90ern die Öffentlichkeit erschütterten – Stichwort: “Als hätte ich mit einem Gott geschlafen”: Pope, K. & Bouhoutsos, J. (1986). Sexual intimacy between therapists and patients. Praeger, New York -, sind meiner Meinung nach nicht zufällige Einzelereignisse. Und selbst, wenn hier inzwischen Aufklärung und Selbstaufklärung, ein etwas dichteres Netz von Regeln, Bewusstsein, Kontrollen und Beschwerdemöglichkeiten geschaffen wurde, ist das doch nur ein Anfang. Denn bei all der Macht, die Therapeuten sich bei ihren Patienten zu veschaffen wissen (bewusst induzierte Abhängigkeiten, übergriffiges “Eindrängen” in die Eltern-Beziehungen, Paternalisierung und Pathologisierung, Winkelzüge der Dekonstruktion und Destruktion), ist jeder, und sei es noch subtiler psychischer Missbrauch an den Patienten für diese schlichtweg verheerend.
Ich selbst habe es erlebt – natürlich habe ich in meinen bisherigen Beiträgen zu dieser Website aus der Erfahrung heraus gesprochen (was meine Beobachtung ja nicht entwertet, sondern eher stützt), aber auch mein Sprechen darüber war korrumpiert. Ich sprach sozusagen noch mit eingezogenem Kopf, noch ganz beschädigt von den negativen Einreden der Therapeuten, noch zu sehr aus der Perspektive des Betroffenen – wütend, deprimiert, ängstlich, beschädigt. Kein Wunder, dass meine Bekannte, die von mir so geschätzte, so etwas als “Mist” bezeichnet. Aber das erschwert natürlich den Versuch, Gehör zu finden. Was gebraucht wird, ist nicht in erster Linie der Aufschrei (so berechtigt er auch ist), sondern die ruhige, klare Analyse, nicht der Hohn, Spott, die kristallene Härte des polemischen Kampfs um Gehör, sondern die argumentative Widerlegung.
Psychoanalyse-Kritik: Das Fehlen einer institutionellen Vertretung
Wer soll das leisten? Gerät man in den Schulenstreit der Psychoanalyse, kann man von außen kaum noch etwas beitragen – die Psychoanalyse mit ihrer über hundertjährigen Literatur-, Erkenntnis- und Schulentradition ist für Laien kaum noch zu überschauen.
Aber der psychoanalyseinternen Diskussion kann es doch auch nicht überlassen werden. 10% der betroffenen Patienten, die an der Beschädigung ihrer Therapie leiden, wollen, brauchen jetzt Gehör, um wieder Teil der Gesellschaft zu werden. Es gibt keine Institution, kaum Selbsthilfegruppen, keine Statistiken, die sie auffangen, die ihnen helfen, die sie überhaupt nur erfassen. Therapieabbrecher werden von Psychoanalytikern beschuldigt, selbst schuld zu sein, die Wahrheit über sich nicht hören zu wollen usw. – und die Öffentlichkeit (wie meine Bekannte) glauben so etwas oder Ähnliches brav nach.
Wer aufschreit, tut das immer unter dem Niveau der Psychoanalytiker selbst, die achtjährige Ausbildungen durchlaufen und jahrzehntelang Zeitschriften, Fachbücher usw. lesen – die massenhafte Traumatisierung von Patienten inmitten unserer Gesellschaft (die trotz all diesen Aufwandes Tatsache bleibt) bleibt Sache der Fachleute, und in der Öffentlichkeit, der die Fakten, ja, sogar das Problembewusstsein fehlt, wird all dies nicht diskutiert.
Angesichts dieser Umstände ist eine Resonanz von 11.000 Lesern zwar erfreulich, aber zu wenig.
Welcher betroffene Patient begibt sich in die Höhle des Löwen, sammelt die Argumente der Psychoanalyse und hält sein eigenes Erleben dagegen? Sich mit dem Schädiger verbinden, um ihn zu widerlegen? Der Beschädigte wird – Identifikation mit dem Aggressor – zu einem Teil dessen, was ihn beschädigt hat, um es zu erläutern … Ist das nicht ein bisschen viel verlangt?
Ist es.
Es existiert nicht einmal eine nennenswerte wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Thema.
Re-Traumatisierung
Aber es ist es mir ein Bedürfnis, zumindest ein paar Schritte auf diesem Weg zu gehen. Immer noch gibt es keine Institution, die Therapieopfer auffängt. Und keine Öffentlichkeit, die etwas davon hören möchte.
Allein dadurch, dass ich hier das Unmögliche versucht hatte – als gebildeter Laie das, was meine Biographie so beschädigt hat, zu benennen, und mir nicht gefallen zu lassen, sondern mit Aufklärung, mit Humor, mit Spott meine Sprache wiederzu erringen, und dagegen zu halten! – , allein dadurch habe ich meine Bekannte (ja, ich habe von mir gesprochen) sogar verloren. Schlagartig sah sie mich durch die Website “Psychoanalyse-Kritik” in einem anderen Licht, bekam es mit der Angst zu tun, verlor den Respekt und die Verliebtheit: Wer mit bloßen Händen gegen die Waffen der Experten angekämpft hat, um seinen seelischen Untergang zu verhindern (und sei da auch nur ein Feld seines Lebens von vielen), der sieht eben nicht aus wie ein strahlender Held. Es hatte nichts mit ihr, nichts mit uns zu tun – aber sie lief halt davon. Die Strafe dafür, dass ich die Traumatisierung nicht einfach auf mir sitzen ließ, war die Re-Traumatisierung.
Solche Erlebnisse sind auch für andere Betreiber von ähnlichen kritischen Seiten der Grund gewesen, sich zurückzuziehen – z.B. die bekannte, großartige Forumssite von Jane Doe über false memory (therapeutisch eingeredete falsche Erinnerungen). Dagegen war mein Versuch hier nur ein kleines Licht, ein Aufschrei. Aber schon der Aufschrei hat mich ja den Respekt und die beginnende Nähe mit jener Bekannten gekostet – so stark ist die Psychoanalyse und ihre Basissätze (z.B.: Wenn dir so etwas passiert, hast du es unbewusst gesucht usw.) im allgemeinen Bewusstsein verankert. Irgendwann hast du nur noch die Wahl, zu verstummen, um die Reste deines Lebens zu retten – aber die verursachte Qual kannst du nicht mehr sozialisieren. Die furchtbarsten Erlebnisse deines Lebens – du kannst sie nicht mehr mitteilen, sonst zerstören sie mehr und mehr Bereiche deiner Biographie.
Oder du redest, und wirst wieder und wieder traumatisiert. Heute, fast zehn Jahre nach Ende der letzten, zerstörischen Therapieerfahrung, die ich machte, zerstört die öffentliche Rede darüber erneut meine sich leidenschaftliche anbahnende Beziehung. Ich bewundere alle, die so etwas durchhalten. Ich selbst allerdings wäre sehr viel lieber mit meiner Bekannten zusammengeblieben. Gerade erst erhole ich mich von den Beschädigungen meiner Gefühlswelt durch die Therapeuten, zum erstenmal seit über zehn Jahren kann ich mich wieder verlieben – und dann trifft mich die bittere Ironie, dass es ausgerechnet mein Versuch ist, mich von den Beschädigungen von der Psychoanalyse zu befreien, ohne feige das Maul zu halten, der mich dieser Liebe beraubt.
Ich werde daher die Website in dem Zustand, in dem sie bis jetzt ist, zunächst einmal abschalten – und nach und nach einige besser recherchierte, informative Artikel über die Psychoanalyse schreiben.
Die Authentizität der persönlichen Betroffenheit – und das ist das Einzige, mit dem der Laie sich in dieser Thematik legitimeren kann: mir wurde unrecht getan, Teile meiner Fähigkeiten wurden stark beschädigt: und immer noch haut der ganze Quatsch mir hinterrücks eins über! , – das geht dadurch natürlich verloren.
Revision der Website “Psychoanalyse-Kritik”
Aber seien wir ehrlich, die Website “Psychoanalyse-Kritik” standen befand sich sowieso im Zustand einer permanenten Baustelle – die Artikel waren durcheinander, wucherten kreuz und quer, wiederholten sich, waren analytisch, akademisch, stilistisch zum Teil nicht anders als unterirdisch zu nennen – früher oder oder später wäre es ohnhin Zeit gewesen, sie einer Revision zu unterziehen! (Ich hatte es sowieso vor, war sowieso unglücklich mit dem Zustand der Site – dass ich diese Revision gern unternommen hätte, ohne den furchtbaren Preis zu zahlen, den ich gerade zu entrichten habe – es gibt nichts Schlimmeres, als einen Menschen zu verlieren -, das steht auf einem anderen Blatt.)
Bis ich soweit bin, kann es einige Zeit dauern: Ich muss meine Brötchen verdienen. Deshalb sei – viel besser, fundierter, lesenwerter – zunächst einmal sei an dieser Stelle das Buch von Manfred Pohlen, Margarethe Bautz-Holtzherr empfohlen: Psychoanalyse, das Ende einer Deutungsmacht. rororo 1995.
Abschließend möchte ich mich bei allen Lesern und Besuchern der Website “Psychoanalyse-Kritik” für ihre Kommentare, ihre Einreden, ihre persönlichen Geschichten und ihre eMails an mich bedanken! Das Forum, das zwischenzeitlich hier stand, dann aber leider einem Spam-Angriff zum Opfer fiel, soll im Lauf der Zeit wieder eingerichtet werden. ich werde immer wieder darum gebeten, es zu eröffnen – einen Termin dafür kann ich leider noch nicht nennen; aber es kommt. Mögen andere ihre Geschichten schreiben – anonym. Ein Forum dafür brauchen wir auf alle Fälle!
Ich hoffe auf eine lebendige Diskussion dort. Bis dahin steht hilfsweise die Kommentarfunktion zur Verfügung – eine Auswahl bisheriger Kommentare habe ich eingestellt. Vielen Dank!
